Arbeitssicherheit beim Pipettieren: Ergonomie, Risiken und die richtige Pipette
Das Pipettieren ist eine der häufigsten und sich am meisten wiederholenden Tätigkeiten in Laboren weltweit. Daher ist es wichtig, die damit verbundenen Risiken sowie Techniken und Hilfsmittel zur Risikominderung zu kennen. Welche Faktoren sollten Sie neben Handschuhen und Schutzbrille noch berücksichtigen, damit das tägliche Pipettieren sich nicht auf Ihre Gesundheit auswirkt?
Haben Sie schon mal etwas von RSI oder MSB gehört? In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einfachen Maßnahmen und der richtigen Pipettenwahl lange und gesund arbeiten können.
Was sind muskuloskelettale Beschwerden (MSB) und RSI?

Ergonomie ist „die Lehre von der Anpassung der Arbeit an den Arbeiter“.¹ Mangelnde Ergonomie kann zu muskuloskelettalen Beschwerden (MSB) wie Verletzungen von Muskeln, Nerven, Sehnen, Bändern, Gelenken, Knorpeln oder Bandscheiben führen.
Das Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI) ist eine Unterart der MSB, verursacht durch wiederholte Beanspruchung und hohe Belastung. Beim Pipettieren muss daher auf Schmerzen in Händen, Ellbogen und Schultern geachtet werden. „Fachkräfte im Labor verbringen durchschnittlich zwei Stunden pro Arbeitstag und somit mehr als 400 Stunden pro Jahr mit Pipettieren“, so die Expertin Marianne Bjorksten. Sie kam zu dem Schluss, dass mehr als 1,3 Stunden pro Tag das Verletzungsrisiko erhöhen.
Welche sind die 4 größten Risikofaktoren beim Pipettieren?

- Umgebung – positionieren Sie alles, was Sie für Ihre Arbeit brauchen so, dass eine korrekte Körperhaltung möglich ist
- Körperhaltung – nutzen Sie geeignete Hilfsmittel für die richtige Körperhaltung
- Kraft – reduzieren Sie den Kraftaufwand zum Anbringen und Abwerfen der Spitzen sowie für den Pipettiervorgang selbst
- Wiederholung – verringern Sie die Anzahl der Pipettierbewegungen
Wie können Körperhaltung und Arbeitsumgebung die Belastung reduzieren?
Pipettiervorgänge finden am Labortisch, in einer biologischen Sicherheitswerkbank, in einem Reinraum oder anderen Arbeitsbereichen statt. Um eine Überbelastung zu vermeiden, ist es wichtig, in jeder Umgebung eine gute Körperhaltung einzunehmen.
Achten Sie außerdem auf einen gut eingerichteten Arbeitsplatz. Benötigte Proben und Instrumente sollten leicht erreichbar sein. Verwenden Sie kürzere Pipetten, die bequem in der Hand liegen. Beim längeren Stehen können Anti-Ermüdungsmatten helfen, beim Sitzen ein verstellbarer Hocker oder Stuhl.
Legen Sie nach 20 bis 30 Minuten Pipettieren jeweils eine Pause von 3 bis 5 Minuten ein.

Wie lässt sich der Kraftaufwand beim Pipettieren reduzieren?
Manuelles Pipettieren erfordert Kraft zum Aufsetzen und Abwerfen der Spitzen, Herunterdrücken, Halten, Ansaugen und Abgeben. Dies können die Muskeln und Gelenke von Schultern, Unterarm, Handgelenk und Fingern belasten.
Verwenden Sie passende Pipettenspitzen, die sich leicht abwerfen lassen, sowie manuelle Pipetten mit leichtgängigen Kolben. Wählen Sie eine Pipette, die gut in Ihrer Hand liegt, und reinigen und fetten Sie Pipetten regelmäßig.
Bei mehr als fünf Mikrotiterplatten pro Tag können elektronische Pipetten eingesetzt werden. Elektronische Zeigefingerbedienung und elektronischer Spitzenabwurf können dabei die Belastung des Daumens reduzieren.
Welche Vorteile bieten ergonomische Pipettiersysteme?
Optimaler ergonomischer Komfort und bestmögliche technische Leistung lassen sich durch ein aufeinander abgestimmtes System aus Pipette und Spitze erreichen. Thermo Fisher Scientific bietet beispielsweise mit dem Thermo Scientific ClipTip Pipettiersystem und dem Thermo Scientific Finnpipette Pipettiersystem solche Pipettiersysteme an.
Das ClipTip Pipettiersystem ermöglicht ein sicheres Aufnehmen der Spitzen mit vollständiger Abdichtung und ein leichtes Abwerfen mit minimalem Kraftaufwand. Die ergonomisch gestalteten Thermo Scientific™ Finnpipetten™ bilden mit den Thermo Scientific Finntip Flex Spitzen ein zuverlässiges System mit hohem Bedienkomfort

- Sehr geringer Kraftaufwand zum Aufnehmen und Abwerfen der Spitzen
- Einfaches Einrasten nur mit einer leichten Berührung
- Vollständige Abdichtung jedes Kanals – keine losen Spitzen
- Jederzeit reproduzierbare Ergebnisse – auch bei verschiedenen Anwendern
Wie können elektronische Pipetten die Belastung reduzieren?
Der Umstieg von manuellen auf elektronische Pipetten kann die Anzahl der Wiederholungen reduzieren, den Anwenderkomfort verbessern und das Risiko für Überlastungssymptome senken.
Mit einer elektronischen Pipette wie der Thermo Scientific E1-ClipTip können ergonomische Elemente wie Zeigefingerbedienung, verstellbare Fingerstütze, schwenkbares Display und Multidispensierfunktion die Belastung beim Pipettieren reduzieren.
Die Thermo Scientific E1-ClipTip Equalizer Pipetten mit verstellbarem Spitzenabstand ermöglichen außerdem Probentransfers zwischen verschiedenen Gefäßtypen, Racks, Mikrotiterplatten und horizontalen Elektrophoresekammern. Dadurch können unnötige Wiederholungen bei Mehrfachanwendungen vermieden werden.

- Thermo Scientific ClipTip Verschlusstechnologie
- Elektronische Zeigefingerbedienung und elektronischer Spitzenabwurf, um die Belastung zu minimieren
- Verstellbare Fingerstütze – ermöglicht eine optimale Pipettierhaltung für Rechts- und Linkshänder
- Schwenkbares Display für optimale Sicht und neutrale Pipettierposition in jeder Arbeitsumgebung
- Multidispensierfunktion – reduziert die Anzahl der Wiederholungen
Mit den Thermo Scientific E1-ClipTip Equalizer Pipetten mit verstellbarem Spitzenabstand können Sie Probentransfers zwischen beliebigen Röhrchen, Racks, Mikrotiterplatten und horizontalen Elektrophoresekammern ganz einfach durchführen. Durch den verstellbaren Spitzenabstand können Sie den Abstand zwischen den Spitzen durch einfaches Verschieben der Skala auf den gewünschten Wert ändern. Dies erspart unnötige Wiederholungen bei Mehrfachanwendungen.
Wie können Sie mit geringstmöglichem Kraftaufwand pipettieren?
Wählen Sie ergonomische Pipetten, die gut in der Hand liegen und wenig Kraft zum Pipettieren erfordern. Das Zusammenspiel aus leichtem Griff, leichtgängigem Kolben, einfacher Spitzenaufnahme und Spitzenabwurf ohne großen Kraftaufwand verringert die Belastung und damit das RSI-Risiko.
Verpassen Sie nicht den zweiten Teil unseres Blogbeitrags zum Thema Sicherheit beim Pipettieren – darin geht es um die Probensicherheit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Probenverluste und unnötige Wiederholungen wegen Pipettierfehlern vermeiden können.
Weitere Informationen
Dieser Blogbeitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der Firma Thermo Fisher Scientific. Quelle aller Bilder: Thermo Fisher Scientific
Entdecken Sie die aktuellen Aktionsangebote für das ClipTip System auch in unserem Online-Shop.
Weitere Informationen zum ClipTip System von Thermo Fisher finden Sie in dieser Broschüre.
Wenn Sie Muster der Produkte wünschen, sprechen Sie uns gerne an!
Quellen
1: Occupational Safety and Health Administrations (OSHA), Federal and State Programs
2: Bjorksten, Almby und Jansson; ‘Hand and shoulder ailments among laboratory technicians using modern plunger-operated pipettes’ 1994. Dreißig Minuten ununterbrochenes Pipettieren kann zu zunehmenden Beschwerden an der Hand führen: David, Buckle; A questionnaire survey of the ergonomic problems associated with pipettes and their usage with specific reference to work-related upper limb disorders. Applied Ergonomics. 1995; 28 (4): 257-62. In typischen Labors können täglich Tausende von Pipettiervorgängen durchgeführt werden.
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