Die neuen Handschuhstandards - Die Änderungen im Überblick und was sie für den Anwender bedeuten

 

© Kimberly-Clark

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Am 31. März 2016 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die EU-Vorschrift für persönliche Schutzausrüstung (PSA) veröffentlicht. Diese Verordnung tritt am 21. April 2018 in Kraft und muss ab diesem Zeitpunkt von allen Herstellern eingehalten werden. Durch die veränderte Einstufung von PSA ergeben sich auch Konsequenzen für Unternehmen.

Die Neuerungen betreffen die Normen:

  • EN 420:2003 + A1:2009 „Schutzhandschuhe - Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren“,
  • EN 374 „Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen“ und
  • EN 388:2003 „Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken“.

Wir konzentrieren uns im Folgenden auf die für Schutzhandschuhe relevanten Änderungen an der Norm EN 374. Weitere Informationen zu EN 388-konformen Handschuhen finden Sie im Whitepaper „Technical Guide: Glove Standards Update“ der britischen Normungsorganisation BSI (British Standards Institution).

 

Neuerungen an der Norm EN 374

Schutzhandschuhe für den Umgang mit Chemikalien müssen die Anforderungen der europäischen Norm EN 374 erfüllen. Diese Norm ist grundlegenden Änderungen unterzogen worden, die in der folgenden Tabelle im Einzelnen aufgeführt sind.

 

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Die Änderungen der ISO EN 374-1 im Überblick.


EN ISO 374-1

Die Norm EN ISO 374-1 bezieht sich ausschließlich auf die Terminologie und die Leistungsanforderungen im Zusammenhang mit chemischen Risiken. Risiken im Zusammenhang mit Mikroorganismen werden im neu hinzugekommenen Teil EN ISO 374-5 behandelt. Die Norm EN ISO 374-1 teilt Handschuhe, je nach ihrer Permeationsbeständigkeit gegen Chemikalien, in drei Typen (A, B oder C) ein, wobei die Liste der Prüfchemikalien von 12 auf 18 erweitert wurde.

Durch diese neuen Standards ergibt sich eine neue Kennzeichnung der Produkte: Die Leistungsstufen für die Permeationsbeständigkeit gegen Chemikalien werden mit zwei Piktogrammen – Erlenmeyerkolben und Infobüchlein – angegeben. Die Typen A, B und C werden mithilfe von Buchstaben für die Prüfchemikalien unterhalb der Piktogramme näher differenziert.

 

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Die neue Kennzeichnung für Schutzhandschuhe.

 


EN 374-2:2014

Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen sowie Bestimmung des Widerstands gegen Penetration

Diese Norm ersetzt die Norm EN 374-2:2003, enthält jedoch keine bedeutenden technischen Änderungen.

 

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EN 374-3:2003 

Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 3: Bestimmung des Widerstands von Materialien gegen die Permeation von Chemikalien

Die Norm EN 374-3 wurde aufgrund der Harmonisierungsbestrebungen durch die Norm 16523-1:2015 „Permeation durch eine flüssige Chemikalie unter Dauerkontakt“ ersetzt. Eine bedeutende Auswirkung auf das Prüfverfahren ist nicht gegeben.

 

EN 374-4:2013

Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen sowie Bestimmung des Widerstands gegen Degradation durch Chemikalien

Es sind keine Änderungen an der Degradationsnorm geplant. Eine Degradationsprüfung ist jedoch nun, wie in Norm EN ISO 374-1 definiert, obligatorisch. Diese Norm beinhaltet folgende Prüfprinzipien und Prüfverfahren: obligatorische Prüfung auf Durchstoßfestigkeit für Handschuhe aus Natur- oder Synthetikmaterial, fakultative Prüfung auf Gewichtsveränderung bei gefütterten Handschuhen, Prüfgeräte und Angabe der Ergebnisse der Degradationsprüfung in Prozent.

 

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EN ISO 374-5

Terminologie und Leistungsanforderungen für Risiken durch Mikroorganismen

Diese Norm definiert die Leistungsanforderungen an Schutzhandschuhe in Bezug auf Risiken durch Mikroorganismen.Ein Penetrationstest für Bakterien und Pilze gemäß dem Prüfverfahren laut EN 374-2:2014 (Luft- und Wasserdichtigkeitstests) ist vorgeschrieben. Darüber hinaus muss der Virenschutz gemäß ISO 16604:2004 (Methode B) gegeben sein.Daraus ergibt sich eine neue Kennzeichnung auf der Verpackung von Handschuhen, die gegen Bakterien und Pilze bzw. gegen Bakterien, Pilze und Viren schützen.

 

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Auswirkungen

Für den Anwender wird die Änderung der Norm lediglich an der Kennzeichnung der Schutzhandschuhe spürbar. Darüber hinaus bietet sie den Kunden Sicherheit, dass die Produkte einer einheitlichen Zertifizierung unterzogen wurde.
Bei der Auswahl der richtigen Produkte für die jeweilige Anwendung ist nach wie vor die Beratung durch Produktspezialisiten essentiell.

 

Weiterführende Informationen

Dieser Text enstand mit freundlicher Unterstützung von Kimberly-Clark:
Franck Bureth, EMEA Category Manager,(KIMTECH PSA für die Pharmaindustrie) und Manish Raval, EMEA Category Manager (KIMTECH* PSA für Labore und die Forschung).

Weiterführende Informationen finden Sie im Whitepaper.