Hygiene im Labor – Winterzeit ist Virenzeit
Statistisch gesehen sind wir im Winterhalbjahr häufiger krank als in den Sommermonaten. Die Hygiene im Labor spielt demnach im Winter eine noch größere Rolle als ohnehin. Das Infektionsrisiko dabei steigt signifikant an, sobald die Außentemperaturen dauerhaft unter die 10 Grad-Marke sinken. Das kühle, feuchte Klima schwächt das Immunsystem und macht es somit Viren leichter. Zusätzlich trocknet die warme Heizungsluft die Schleimhäute aus und macht sie anfällig für Keime. Wie Sie bei kühlen Temperaturen den Viren den Kampf ansagen und für Sie zusätzlich für mehr Hygiene im Labor sorgen, das erläutern wir Ihnen im folgenden Artikel.
Grundbaustein der Hygiene im Labor: Händedesinfektion
Experten wissen: 90 Prozent aller Keime werden direkt oder indirekt über die Hände betragen. Damit stellen die Hände der Mitarbeiter eine bedeutende Infektionsquelle dar. Sie stehen deshalb im Fokus der betrieblichen Hygienemaßnahmen. Die Keimübertragung lässt sich vermeiden, wenn Sie im Winter verstärkt Augenmerk auf die hygienische Händedesinfektion legen. Hygienischer Händedesinfektion ist das Einreiben alkoholischer Präparate in die trockenen Hände. 99,99 % aller Keime werden mit dieser Methode sehr wahrscheinlich abgetötet. Sie bietet also große Sicherheit, bei gleichzeitig relativ geringem Aufwand.

Händedesinfektion mit Sterillium, Quelle: Paul Hartmann AG
Mit Hilfe dieses Verfahrens sollen diejenigen Keime unschädlich gemacht werden, die unter anderem durch Kontakt mit kontaminierten Objekten auf die Oberfläche der Haut gelangt sind. Mit einer Keiminaktivierung von größer 4 log10 Stufen erzielt die hygienische Händedesinfektion deutlichere Erfolge als das bloße Waschen der Hände. Zudem sind Hände-Desinfektionsmittel, dank der rückfettenden Formulierung, besser hautverträglich.
Wann sollten die Hände desinfiziert werden?
Desinfizieren Sie Ihre Hände immer dann, wenn Sie mit schädlichen Mikroorganismen kontaminiert sind und zusätzlich:
- Bei Arbeitsbeginn,
- nach jeder Pause,
- beim Wechsel in nächst höhere Reinheitsbereiche,
- nach dem Arbeitsende,
- sowie nach dem Benutzen eines Taschentuches.
So machen Sie es richtig
Geben Sie ausreichend Hände Desinfektionsmittel in die hohle Hand. Groß genug, so dass Sie alle Areale der Hand damit benetzen können. Reiben Sie das Hände-Desinfektionsmittel sorgfältig über 30 Sekunden in die Hände ein, dabei alle Hautpartien erfassen. Legen Sie zudem besonderes Augenmerk auf die Fingerkuppen und Daumen.

Sorgt für mehr Hygiene im Labor: Eigenverantwortliche Einreibemethode, Quelle: Paul Hartmann AG
Hautschutz – wesentlicher Bestandteil der Hygiene im Labor
Erfolgreiche Händehygiene schließt die Pflege und den Schutz der Haut mit ein. Denn nur gesunde Haut erfüllt die Anforderungen an die tägliche Hygiene. Der Wechselbeziehung von gesunder Haut und Händehygiene wird in verschiedenen Empfehlungen, wie beispielsweise der europäischen Richtlinie für die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und der Händehygiene-Empfehlung vom Robert-Koch-Institut (RKI), Rechnung getragen.

Frau beim Eincremen ihrer Hände, Quelle: weseetheworld / fotolia.com
Wir empfehlen:
- Während der Arbeitszeit mehrmals täglich die Hände mit leichter, schnell einziehender O/W-Emulsion (Öl-in-Wasser) eincremen.
- Vor Kontakt mit wässrigen Lösungen oder längerem Handschuhtragen ein Hautschutzpräparat auftragen.
- Die Produkte sollten mit den Hände-Desinfektionsmitteln kompatibel sein, um die Wirksamkeit nicht negativ zu beeinflussen.
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Flächendesinfektion
Meist ist nicht der direkte menschliche Kontakt verantwortlich für die Übertragung von Viren, sondern der indirekte Kontakt über kontaminierte Flächen. Viele Keime können über Wochen oder gar Monate auf Oberflächen überleben. Eine regelmäßige Händedesinfektion ist demnach ohne zielgerichtete Flächendesinfektion sehr viel weniger verlässlich und wirksam.
Wann und wo eine desinfizierende Flächenreinigung durchgeführt werden muss, hängt davon ab, ob die Fläche:
- In häufigem Hand- oder Hautkontakt stehen,
- produktberührende Oberflächen sind und
- eine potenzielle Schwachstellen für mögliche Kontaminationen darstellt.

Die desinfizierende Flächenreinigung, Quelle: Paul Hartmann AG
Die routinemäßige Desinfektion der Flächen wird im Desinfektions- und Hygieneplan festgelegt. Dabei ist neben der Wahl eines geeigneten Desinfektionsmittels auch die Reinigungsmethode entscheidend für den Desinfektionserfolg. Durch optimierte Arbeitsabläufe lässt sich das Aufbringen und Verteilen von Erregern vermeiden. Durch eine gezielte Flächenreinigung wird verhindert, dass schädliche Mikroorganismen zusammen mit Staub aufgewirbelt werden. Dazu empfehlen sich zwei Methoden:
Flächen können mit Reinigungstüchern, auf die Gebrauchslösung aufgebracht wird, gereinigt werden. Diese Methode wird auch als Nass-Wischverfahren bezeichnet. Das mechanische Reiben löst auf der Oberfläche haftende Keime und Verunreinigungen. Die Desinfektionswirkstoffe erreichen ungehindert die Oberfläche und eventuell vorhandener Staub wird durch die Feuchtigkeit gebunden.
Beim Sprüh-Wischverfahren mit alkoholischen Schnell-Desinfektionsmitteln werden die Mittel gezielt auf die zu desinfizierende Fläche gesprüht und nach Aufbringen sofort abgewischt.
Noroviren – Hochansteckend
Bei Erkrankungen in der Winterzeit denken wir in erster Linie an den typischen grippalen Infekt mit Schnupfen und Gliederschmerzen. Doch zusätzlich haben von Oktober bis März auch Noroviren Hochsaison. Sie sind hochansteckend und bewirken meist Magen-Darm-Erkrankungen.
Verantwortlich für die Übertragung der Noroviren sind Kontakte zwischen Menschen, kontaminierte Lebensmitteln oder verunreinigte Flächen, wie zum Beispiel Türgriffe oder Notebooks.
Die Paul Hartmann AG alle wesentlichen Informationen zur Ansteckung und Vermeidung in einem Simpleshow-Video zusammengetragen:
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Weiterführende Informationen zur Hygiene im Labor
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen kleinen Pocketguide zur Händehygiene herausgegeben. Das Merkblatt finden Sie hier.
Wissen kompakt, Hygiene im Labor
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